Schulzusammenlegung: Deutliches Votum für gemeinsames Raumnutzungskonzept
Schulzusammenlegung: Deutliches Votum für gemeinsames Raumnutzungskonzept
Im Februar haben in Barleben zwei Veranstaltungen (11.02., 23.02.) zur Zusammenlegung der Grund- und Ganztagsschule in dem Gebäude der Ganztagsschule und der Zentralisierung der Kindereinrichtungen in der Gemeinde Barleben stattgefunden. Zum ersten Mal haben alle fünf Arbeitsgruppen gemeinsam beraten, um einen für alle Interessensgruppen vertretbaren Fahrplan zur Umsetzung der beiden Vorhaben zu finden. Bisher hatten die Arbeitsgruppen die Sachverhalte einzeln und von ihrem Standpunkt aus betrachtet und beraten.
Die jeweils herausgearbeiteten Schwerpunkte sind im Vorfeld der Zusammenführung der Arbeitsgruppen in einer „Abwägungsliste“ erfasst worden. Aus Sicht vieler Arbeitsgruppenteilnehmer sind zwei Schulformen in einem Gebäude möglich, jedoch nur bei einer räumlichen Trennung des Schulgebäudes und der Außenanlage. Dazu hatte die Verwaltung mit dem Architekten Michael König in der ersten gemeinsamen Arbeitsgruppenberatung ein Raumnutzungskonzept vorgestellt. Dieses sieht vor, schon die Eingangssituation zu trennen und der Grundschule den bisherigen südlichen Nebeneingang zuzuschlagen und ihn um ein vorgebautes Foyer zu ergänzen. Von dort gelangen die Grundschüler in das erste Obergeschoss, in dem sich alle Räumlichkeiten der Grundschule unterbringen lassen. Eine Trennung der beiden Schulen ist im ersten Obergeschoss durch den Einbau von Türen vorgesehen. Das Treppenhaus kann mit einer Glas-Aluminium-Konstruktion eingehaust werden.
Die Ganztagsschule nutzt ihren bisherigen Eingang weiter. Die Schüler gelangen durch das Haupttreppenhaus in das Erdgeschoss und in das zweite Obergeschoss.
Ein weiterer Vorschlag des in Sachen Kita- und Schulgebäudeplanung erfahrenen Architekten ist die Trennung der Pausenzeiten beider Schulen. Bei gestaffelten Unterrichts- und Pausenzeiten wird die Pausenhofnutzung deutlich „entzerrt“. Die Vertreter der Grundschule und der Ganztagsschule waren der gleichen Ansicht.
Ein Diskussionspunkt ist nach wie vor die Unterbringung des Hortes in dem ca. 750 Meter entfernten Grundschulgebäude. Diesbezüglich lautet ein Vorschlag der Verwaltung, den Frühhort in den Klassenräumen der zukünftigen Grundschule zu organisieren. Der Nachmittagshort soll jedoch weiterhin im Gebäude der jetzigen Grundschule in der Abendstraße bleiben mit der Begründung, dass im Hort Bewegung und Freizeit im Vordergrund stehen, was den Nachmittagsunterricht der Ganztagsschule stören würde.
Anhand der Vorstellung des Raumnutzungskonzeptes konnten sowohl bei den Vertretern der Schulen und der Elternkuratorien als auch bei den Vertretern des Sozial- und des Finanzausschusses der Gemeinde Barleben Bedenken ausgeräumt und Klarheit geschaffen werden. Detailabstimmungen zum Nutzungskonzept sind natürlich noch erforderlich. Dazu werden die Vertreter der Schulen mit dem Architekten Michael König zeitnah Konkretisierungen in Bezug auf das Raumnutzungskonzept für das Schulgebäude in der Feldstraße vornehmen.
Die Verwaltung wird dem Gemeinderat im April eine Beschlussempfehlung zur baulichen Zusammenlegung der Grund- und der Ganztagsschule vorlegen. Inhaltlicher Bestandteil der Beschlussvorlage ist dann auch das Ergebnis der Abstimmung der Arbeitsgruppenteilnehmer über das vorgestellte Raumnutzungs-konzept.
In einem anonymen Abstimmungsverfahren hatten sich von 27 Stimmberechtigten bei einer Stimmenenthaltung 18 für die Umsetzung des gemeinsamen Raumnutzungskonzeptes entschieden und 8 dagegen.
Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff bewertet die Akzeptanz des Raumnutzungskonzeptes durch den deutlich überwiegenden Teil der Arbeitsgruppenteilnehmer als ein wichtiges Signal mit großer Wirkung auch für die Öffentlichkeit. „Die Bereitschaft zur weiteren konstruktiven Zusammenarbeit aller Interessengruppen mit dem Ziel der Schulzusammenlegung und der Zentralisierung der Kindereinrichtungen in Barleben ist offensichtlich da“, sagte er nach der Abstimmung.
Mit der Zusammenlegung der Ganztagsschule und der Grundschule in einem Gebäude kann die Gemeinde die ohnehin anfallenden Kosten mit einer optimalen Nutzung hinterlegen. Bisher ist die Ganztagsschule nur zu knapp 41 Prozent ausgelastet. Die Konzentration beider Schulen in einem Gebäude bedeutet daher auch die Sicherung des Schulstandortes der Ganztagsschule.
Darüber hinaus werden mit der Schulzusammenlegung wichtige Einsparungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung erzielt. Abzüglich der leicht steigenden Betriebskosten in dem Schulgebäude in der Feldstraße aufgrund der höheren Schülerzahl belaufen sich die jährlichen Einsparungen auf etwa 200.000 Euro.
Bildtext: Bei einer gemeinsamen Beratung aller Arbeitsgruppen zur Schulzusammenlegung wurden unter anderem die Pläne für die Raumnutzung vorgestellt. Im Podium saßen von links: Katrin Röhrig, Bereichsleiterin Wirtschaftshof, Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff und Birgit Lehmann, Bereichsleiterin Bürgerservice.