Schiffshebewerk Rothensee feierlich wiedereröffnet
Schiffshebewerk Rothensee feierlich wiedereröffnet
Das Magdeburger Schiffshebewerk Rothensee ist seit dem 24. August 2013 wieder in Betrieb. Nach siebenjähriger Unterbrechung passierten an diesem Tag die ersten Boote die Schleusentore, nachdem Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper und Thomas Webel, Sachsen-Anhalts Minister für Landesentwicklung und Verkehr, per Knopfdruck die erste Aufwärtstour des Trogs in Gang gesetzt hatten. „Das hat die Region nach einem siebenjährigen Marathon mit 56000 Unterschriften hinbekommen“, freute sich Magdeburgs OB und dankte an diesem „großen Tag für die Region“ all jenen, die ihren Anteil an der Wiedereröffnung des technischen Denkmals haben. Lutz Trümper würdigte dabei mit einem „Dank an Bürgermeister Keindorff“ auch die Unterstützung Barlebens.
Im Kampf um den Erhalt des technischen Denkmals stand die Gemeinde Barleben in vorderster Reihe. Mit der jährlichen Summe von 5.000 Euro bis zum Jahr 2022 und einem einmaligen Zuschuss von 10.000 Euro beteiligt sich die Gemeinde an der Inbetriebnahme. „Das Schiffshebewerk in Rothensee ist ein Denkmal der Industriekultur und der Technikgeschichte. Trotz des rasanten technischen Fortschritts, ist unsere Gesellschaft dazu verpflichtet, solche Bauwerke der Zeitgeschichte zu erhalten“, sagte Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff.
Der Bund wollte den historischen Schiffs-Fahrstuhl 2006 eigentlich dauerhaft schließen. Magdeburg hatte dies aber mit zahlreichen Protestaktionen verhindert, da es die Stadt für einen bedeutenden touristischen Anziehungspunkt hält.
1938 erbaut, überwindet das Schiffshebewerk ein Gefälle von maximal 18,5 Metern Wasserstand. Der Trog wiegt mit Wasserlast 5.400 Tonnen. Er ist 85 Meter lang, 12 Meter breit und hat eine Wassertiefe von 2,5 Metern. Den Gewichtsausgleich bewältigen zwei Stahlschwimmer mit einem Durchmesser von zehn Metern und einer Höhe von 35 Metern. Die Schwimmer befinden sich in Betonschächten mit 11 Metern Durchmesser.
Die Schachtung im Grundwasserbereich erfolgte seinerzeit im Gefrierverfahren. Die Schwimmer sind in drei Kammern unterteilt, die – der Tiefe entsprechend – mit Kompressoren unter Überdruck gehalten werden. Das bewegte System wird in senkrechter Richtung mit 4 Spindeln von 42 Zentimetern Durchmesser und 27 Metern Länge geführt, die auf Spezialdrehbänken hergestellt worden sind. Der Antrieb erfolgt mit acht 44-Kilowatt-Elektromotoren. Die Leistung betrug rund 2.000 Schiffe pro Monat bei einer Schleusungszeit von jeweils rund 20 Minuten.