Mehr Freude am Gehen - Verkehrswacht Sachsen-Anhalt plan Pilotprojekt in Barleben

Mehr Freude am Gehen - Verkehrswacht Sachsen-Anhalt plan Pilotprojekt in Barleben                                                        

Seit Jahren steigt der Anteil der Kinder, die mit dem Auto zur Schule gebracht werden. Freie Schulwahl, zunehmende Autoverfügbarkeit, Zeitdruck in den Familien oder auch die Sorge der Eltern vor Verkehrsunfällen können Ursachen für zunehmende Bring- und Holverkehre sein. In dem direkten Umfeld vor allem von Grundschulen führt dies regelmäßig zum Verkehrschaos.
„Eltern stellen heute höhere Ansprüche an die Sicherheit der Schulwege. Oftmals reicht bereits eine Stelle auf dem Schulweg, die als ‚Barriere‘ empfunden wird, und die Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht“, weiß Jens Leven. Die Verkehrswacht Sachsen-Anhalt und der Verkehrsplaner Leven möchten gemeinsam ein Projekt in Barleben starten, um das Phänomen „Elterntaxi“ zu bewältigen. Bei einem ersten Projekttreffen haben sie sich mit der Leiterin der Ecole-Grundschule, dem Bürgermeister, Vertretern des Bau- und Ordnungsamtes der Gemeinde Barleben sowie der Polizei dazu beraten.

Ein Lösungsansatz kann laut Jens Leven die Erarbeitung eines Schulwegeplans entsprechend der Gegebenheiten des Schulumfeldes sein. Gerade bei einem großen Einzugsgebiet wie es die Ecole-Grundschule hat, ist das Einrichten von mehreren Bring- und Hohlzonen an verschiedenen Standorten sinnvoll, um die Verkehrssituation direkt vor der Schule zu entspannen. „Hilfreich ist auch die Gestaltung der verbleibenden Schulwege von den Bring- und Hohlzonen z. B. mit Markierungen von ‚Gelben Füßen‘“, so der Experte. Er meint, dass die Kinder wieder mehr Freude am zu Fuß gehen haben müssen und empfiehlt darüber hinaus ein altersgerechtes Anreizsystem in das Schulprogramm aufzunehmen, um die Kinder zu motivieren, zu Fuß zu gehen oder von der Bring- und Hohlzone gebracht zu werden. Eltern zeigen mehr Akzeptanz für solche Veränderungen, wenn sie damit dem Wunsch ihrer Kinder entsprechen.

Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff denkt hier schon einen Schritt weiter und hält es für sinnvoll, auch die Gemeinschaftsschule, das Ecole-Gymnasium und die am Standort der jetzigen Grundschule am Breiteweg zukünftig zentralisierten Kindereinrichtungen in eine derartige Betrachtung miteinzubeziehen. „Die Einrichtungen sind nah beieinander. Darüber hinaus ergeben sich auch für die Anwohner im direkten Umfeld der Schulen und Kindereinrichtungen positive Effekte“, findet der Bürgermeister. 

Circa 3.500 Euro könnte das Projekt an der Grundschule „Pierre Trudeau“ kosten. Da viele Planungsaspekte auch auf die anderen Standorte übertragbar sind bzw. ineinandergreifen, ist diese Summe nicht für jeden Standort aufzubringen. Wie sich die Finanzierung konkret gestaltet, auf welche Fördermöglichkeiten zurückgegriffen werden kann, dass muss nun diskutiert werden. Die Verkehrswacht Sachsen-Anhalt wie auch die Ecole-Grundschule haben ihre Beteiligung jedenfalls zugesagt.

Bildtext: Mit Bring- und Hohlzonen im Schulumfeld möchte man in Barleben das Phänomen „Elterntaxi“ bewältigen.

 



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