Intelligentes Beleuchtungskonzept soll Kosten sparen

Intelligentes Beleuchtungskonzept soll Kosten sparen   

Gemeinde stellt Machbarkeitsstudie zur Optimierung der Beleuchtung vor           

Zur Optimierung der Straßenbeleuchtung und der Beleuchtung in kommunalen Gebäuden hat die Gemeinde Barleben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ziel ist es, den Stromverbrauch deutlich zu senken und somit die Energiekosten zu minimieren. Erstellt hat die Machbarkeitsstudie die Agentur für Technologietransfer und Innovationsförderung GmbH Anhalt (ATI).

Zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen wurden alle Bestandsanlagen unter Berücksichtigung der Strom- und Wartungskosten unter die Lupe genommen. Beispielsweise hat die Gemeinde Barleben im Jahr 2014 allein für die öffentliche Straßenbeleuchtung einen Energieverbrauch von 465.000 Kilowattstunden verursacht und Kosten in Höhe von 110.000 Euro. Gemessen an dem gesamten kommunalen Stromverbrauch, beträgt der Anteil für die Straßenbeleuchtung jedoch nur etwa 36 Prozent. Von den insgesamt 1.621 Straßenlampen in der Gemeinde Barleben sind bereits 357 Stück auf energieeffiziente LED Technik umgerüstet. In Meitzendorf leuchten schon 80 Prozent der Straßenlampen mit dieser modernen Technologie. Insgesamt hat die Gemeinde Barleben schon 22 Prozent ihrer gesamten Straßenbeleuchtung auf LED Technik umgerüstet. „Die Gemeinde hat einen guten Start in das neue Lichtzeitalter hingelegt“, so einer der Verfasser der Studie, Diplom-Ingenieur Holger Uhling, bei der Präsentation der Machbarkeitsstudie. Gegenüber anderen vergleichbaren Kommunen ist Barleben in puncto Energiemanagement sehr weit vorn. Bezogen auf die Straßenbeleuchtung heißt es in der Studie: „Es empfiehlt sich, den eingeleiteten Wechsel veralteter Leuchten gegen neue Mastaufsatzleuchten weiter fortzuführen“.

Ein Ansatz der Studie zur Erhöhung der Energieeffizienz ist, die Beleuchtungsstärke einzelner Straßen der jeweiligen erfassten Verkehrsdichte oder dem Tageslicht anzupassen. Ändert sich zum Beispiel das Verkehrsaufkommen einer beleuchteten Straße zeitlich stark, bietet sich eine Leistungsreduzierung während der Schwachzeiten an.

Weitere Möglichkeiten zur Senkung des Stromverbrauchs sind beispielsweise die Teilabschaltung von Beleuchtungsanlagen (Abschalten jeder zweiten Leuchte in den Nachtstunden) sowie die Halbnachtschaltung (von zwei in der Leuchte montierten Lampen wird eine abgeschaltet). Wichtige Aspekte wie entstehende Dunkelzonen oder ein geringeres Sicherheitsgefühl der Bürger sprechen jedoch dagegen.

Beim Betrachten der verschiedenen Möglichkeiten zur effizienten Energienutzung lässt die Studie auch die Haushaltssituation der Gemeinde nicht außer Betracht. Die Verfasser nennen bei der Straßenbeleuchtung eine Alternativlösung zur LED Technik. Denn für das Umrüsten der noch nicht modernisierten Straßenleuchten müsste die Gemeinde 500.000 Euro aufbringen. Ausgehend vom derzeitigen Stand, könnte die Frequenzerhöhung ohne Absenkung der Betriebsspannung die bevorzugte Variante sein. „Durch die Frequenzerhöhung der Ausgangsspannung wird der Widerstand in der Spule des Vorschaltgerätes an der Straßenleuchte erhöht und somit Lampenstrom und Beleuchtungsstärke reduziert“, heißt es. Entsprechend des Beleuchtungsbedarfes ist bei dieser Methode eine Einsparung bis zu 67 Prozent möglich.
Die Kosten für die Installation der Elektrosysteme betragen ca. 137.000 Euro. Die errechnete Einsparung nach einem Jahr liegt bei ca. 75.000 Euro. Die Firma, die das System vertreibt, bietet eine Ratenfinanzierung, beginnend nach einem Jahr an. Der Gemeinde entstehen somit keine Investitionskosten und die nach einem Jahr anfallenden Raten sind durch den jährlichen Gewinn gedeckelt. 

Eine weiterführende Empfehlung in der Studie besagt, dass „…die geplante Umrüstung auf LED Technik in den Gebäuden der Gemeinde Barleben nach erzielten Kosteneinsparungen der Straßenbeleuchtung zu aktivieren ist“. Also die erzielten Gewinne durch die Nutzung der Dimmtechnik einzusetzen, um nach und nach auf hocheffiziente LED Technik sowohl bei den Straßenleuchten als auch in den kommunalen Gebäuden umzurüsten. Somit besteht die Möglichkeit, dass die Gemeinde Barleben ohne Investitionskosten eine Optimierung der gesamten kommunalen Beleuchtung erreichen kann.

Bildtext: Um die Straßenbeleuchtung und die Beleuchtung in kommunalen Gebäuden zu optimieren, hat Barleben Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff eine Machbarkeitsuntersuchung von Experten erstellen lassen. Der Ingenieur Holger Uhlig von der Agentur für Technologietransfer und Innovationsförderung GmbH Anhalt hat die Studie vorgestellt.

 


 
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