Freimaurer in Barleben

Freimaurer in Barleben                                       

Das Mehrgenerationenzentrum in Barleben hatte interessierte Bürger zu einem Vortragsabend über den Bund der Freimaurer eingeladen. Dieser Einladung folgten knapp 40 Gäste. Sie hörten einen spannenden Vortrag vom ehemaligen Meister vom Stuhl, Klaus Fischer, zur Geschichte und Arbeit der Freimaurerei.
Die Freimaurer, eine im Jahre 1717 gegründete Vereinigung, gilt jeher als verschwiegen und geheimnisvoll. Wer dort Mitglied ist oder war, wird nicht in die Öffentlichkeit getragen. Allerdings gibt es einige bekannte Mitglieder, darunter sind Präsidenten der USA, Schriftsteller und Persönlichkeiten.
Mehr als 400.000 Brüder waren zur Blütezeit allein in Deutschland Mitglied in einer der Freimaurerlogen. Sie endete allerdings, als die Nazis die Macht ergriffen und die Freimaurerei verboten und deren Mitglieder in Konzentrationslager steckten. Erst nach dem Krieg, bzw. nach der Wende in Ostdeutschland, wurden einige Logen wiedereröffnet. So auch die Großloge zu den drei Weltkugeln, in der auch der Freimaurer Klaus Fischer Mitglied ist. Ihre Mitgliederstärke erreichten die Logen aber nie wieder. Heute spricht man von 14.000 Mitgliedern in Deutschland.
In der anschließenden Fragerunde erläuterte der ehemalige Meister die „Arbeit“ der Freimaurer, ihre Rituale und Utensilien. Mit der „Arbeit“ ist aber nicht eine handwerkliche Tätigkeit gemeint. Der einzige Zweck des „Bundes“ ist nicht etwa ein Machtbestreben, machte Klaus Fischer deutlich. Es ist die Formung des eigenen Charakters, die durch die karitative Tätigkeit des Bundes zum Ausdruck gebracht wird. Zu den Utensilien, die ein Freimaurer bei seiner „Arbeit“ benötigt, gehören eine Schürze, ein Zylinderhut und weiße Handschuhe. Alle drei Utensilien sind aus den Anfängen der Freimaurerei bis heute erhalten geblieben. Die ersten Freimaurer waren die Bauleute der Kirchen. Aus dieser Zeit stammt auch die von uns heute empfundene Geheimniskrämerei. Durch Verschwiegenheit hat man sich damals dem Ausspionieren durch die Konkurrenz entzogen.
In Erstaunen versetzte das Publikum die Tatsache, dass selbst in Barleben viele Handwerksmeister als Freimaurer aktiv waren. Dies erfuhr Erich Wehner aus einem Buch der Freimaurerloge aus Wolmirstedt.
Wer sich selbst ein Bild von der Arbeit einer Freimaurerloge machen möchte, kann sich an einem der zahlreichen Gästeabende informieren, an denen für Interessierte das Logenhaus geöffnet wird. Im Wolmirstedter Logenhaus, in der Glindenberger Str. 9, finden sie immer am letzten Donnerstag eines Monats ab 19:00 Uhr statt.

Bildtext: Freimaurermitglied Klaus Fischer erläuterte den Gästen in einem spannenden Vortrag interessante Details über den als sehr verschwiegen geltenden Freimaurerbund. 

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