Festakt für zweimal 20 Jahre
Festakt für zweimal 20 Jahre
Zwei Jubiläen gab es kürzlich in der Gemeinde Barleben zu feiern, die jeweils vor 20 Jahren begründet wurden. Am 3. Oktober 1997 unterzeichneten Vertreter der Stadt Wittmund und der Gemeinde Barleben einen Vertrag über eine gemeinsame Städtepartnerschaft. Und am 23. Oktober 1997 wurde während der Gemeinderatssitzung Franz-Ulrich Keindorff von Horst Blume als ehrenamtlicher Bürgermeister vereidigt. Grund genug, um mit einer Festveranstaltung im Meitzendorfer Dorfgemeinschaftshaus auf die beiden 20-jährigen Jubiläen zurückzublicken.
In seiner Festrede erinnerte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff, seit 1. Juli 2004 mittlerweile hauptamtliches Oberhaupt der Gemeinde, an einen Zufall aus dem Jahr 1990. Verwaltungschefs aus Wittmund waren seinerzeit auf Partnerschaftssuche in Wolmirstedt und handelten sich einen Korb ein, da Wolmirstedt bereits mit Wunstorf „liiert“ war. Auf dem Rückweg hielt die Wittmunder Delegation in Barleben an, wo zufällig der Hauptausschuss tagte. Diese Stippvisite war der Geburtsfunke einer später innigen deutsch-deutschen Partnerschaft.
Anfang der Neunziger kam dann aus Ostfriesland eine erste sehr praktische und hilfreiche Unterstützung durch die kostenlose Übereignung eines Feuerwehr-Mannschaftswagens an die Feuerwehr Barleben. Neben diesen Feuerwehr-Kontakten wurde fortan die Gemeinde Barleben bei der Um- und Aufstellung der Haushaltspläne durch den damaligen Kämmerer in Wittmund, Günter Hille, unterstützt und bereits 1992 bestand die Möglichkeit, im Rahmen des Sommerfestes der Gemeinde Barleben erstmals das Ostfriesenabitur zu absolvieren.
Nicht ohne Stolz wies Barlebens Gemeindeoberhaupt darauf hin, dass die Partnerschaft mit Wittmund, ihr Entstehen und Gedeihen seit der Vertragsunterzeichnung im Oktober 1997 untrennbar mit seiner Dienstzeit als Bürgermeister der Gemeinde verbunden ist. Er erinnerte auch an die schweren Jahre seiner Amtszeit, als die Landesregierung und das Regierungspräsidium Magdeburg versuchte, die Bildung der Einheitsgemeinde Barleben zu verhindern und die Eingemeindung nach Magdeburg zu favorisieren. Doch wie heißt es so schön, Ende gut, Alles gut.
Die Einheitsgemeinde unternahm seit ihrer Bildung am 1. Juli 2004 einen Aufschwung, der seinesgleichen sucht. Gleiches galt fortan für die Partnerschaft mit Wittmund, die vor allem seit der Wahl von Rolf Claußen zum Bürgermeister der Stadt Wittmund im Jahr 2006 wieder gewaltig Fahrt aufnahm.
Als Anfang 2010 Günter Hille in den Ruhestand verabschiedet, gleichzeitig aber zum Barlebenbeauftragten ernannt wurde, war fortan von einem regelrechten Partnerschaftsboom die Rede. Und da ein Kämmerer von Zahlen lebt, erfuhren die Gäste der Festveranstaltung, dass Günter Hille just an diesem Tag zum 376. Mal in Barleben weilte.
Franz-Ulrich Keindorff beendete mit diesen Worten seine Rede: „Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die Städtepartnerschaften zwischen Ost- und Westkommunen in erster Linie geschlossen, um den ostdeutschen Kommunen Unterstützung bei den Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Kommunalrecht zu geben. Nach Ende der Unterstützungsphase schliefen sehr viele Partnerschaften wieder ein. Für uns in Barleben wurde aus einer Amtshilfe eine Partnerschaft, besser gesagt, eine Freundschaft.“
Ein Hohelied auf die Partnerschaft stimmte auch Rolf Claußen an. Der Wittmunder Bürgermeister hob die auf Augenhöhe stattfindende Partnerschaft, die für ihn „von Herzlichkeit und vor allem von Inhalten geprägt ist“. Mit dieser Partnerschaft gehören sowohl Barleben als auch Wittmund zu den Gewinnern der Wiedervereinigung. Rolf Claußen berichtete, dass kürzlich der Haupteingang des Rathauses in Wittmund verlegt wurde und nun die vor fünf Jahren auf dem Wittmunder Rathausplatz enthüllte Steinsäule mit den Wappen der beiden Kommunen noch besser zur Geltung kommt. „Wer künftig ins Wittmunder Rathaus will, kommt zwangsläufig an dem Zeichen unserer Partnerschaft vorbei.“
Ein Hoch auf die einzigartigen und beispielgebenden partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Barleben und Wittmund stimmten in ihren Ansprachen auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht und Landrat Hans Walker an. Der Minister würdigte vor allem die Verdienste des Bürgermeisters, unter dessen Engagement aus einem kleinen Bördedorf ein wichtiger Wirtschaftsstandort im Landkreis wurde. „Wenn man sieht, was aus dieser Gemeinde geworden ist, haben sich alle Anstrengungen trotz mancher Widerstände gelohnt. Barleben hat sich zu einer lebens- und liebenswerten Gemeinde entwickelt.“ Ebenso sei das Zusammenwachsen im Rahmen der Partnerschaft zwischen Wittmund und Barleben gelungen, eine Partnerschaft auf Augenhöhe und für die Menschen in beiden Kommunen.
Landrat Hans Walker lobte vor allem die einzigartige Ansiedlungspolitik der Gemeinde, durch die Barleben nicht nur eine bedeutende, sondern die bedeutendste Kommune des Landkreises wurde. Er drückte seine Überzeugung aus, dass die Probleme der zurückliegenden zwei, drei Jahre als Solidargemeinschaft überwunden werden.
Bildtext: Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen trug sich im Beisein von Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff und den Majestäten der Gemeinde in das Goldene Buch ein. Er schrieb: „Eine wohl einzigartige Städtepartnerschaft, die auf Augenhöhe erlebt wird und die sich durch eine tiefe Freundschaft, Respekt und gegenseitige Wertschätzung auszeichnet. Wir Wittmunder sind stolz auf unsere Partnerschaft und freuen uns auf eine gemeinsame erfolgreiche Zukunft.