Das Himmelstor von Barleben

Die Symbolik der Granitskulptur „Das Himmelstor von Barleben“

Autor: Robert Alger, akad. Bildhauer | Die Skulptur „Das Himmelstor von Barleben“ symbolisiert die Solidarität, die zwischen der Gemeinde Barleben und der deutsch-sorbischen oberlausitzer Gemeinde Nebelschütz besteht. Diese Freundschaft ist um die Jahrtausendwende von den damaligen Bürgermeistern Franz-Ulrich Keindorff (Gemeinde Barleben) und Thomas Zschornak (Gemeinde Nebelschütz) aufgebaut worden. Diese Freundschaft wird weitergepflegt und unterstützt, zum Beispiel von den Mitgliedern des Partnerschaftsvereins IDOL e. V. und des Heimatvereins in Barleben sowie von den Mitgliedern des Kunst- und Bildungsvereins Steinleicht e. V. / Kamjenjak  in Nebelschütz.

Die Skulptur ist ein Geschenk der Gemeinde Nebelschütz für Barlebens langjährige Freundschaft und auch ein Dankeschön für Barlebens ausgemustertes Tanklöschfahrzeug, das die oberlausitzer Gemeinde im Jahr 2020 kaufen konnte.

Die Symbolik des Himmelstors von Barleben ist in mehreren Schichten aufgebaut: Angeregt von den Torsymbolen auf den Schildern an den historischen Gebäuden und Vierseithöfen in Barleben, entstand die Idee, für die Skulptur die Grundform eines Torbogens zu verwenden. Die horizontal schwebende Form der Wolke, die sich „durch“ den Torbogen erstreckt, symbolisiert Nebelschütz. Denn die sorbische Bezeichnung für Nebelschütz (Njebjelčicy) bedeutet „Himmelsort“ oder „Vom Himmel geküsst“. Von den Konturen der Wolke umschlossen, formen zwei negative Räume oder Durchbrüche die Symbole der Gemeindewappen - die Barleber Barte und den Nebelschützer Schwan. 

Auf der „Rückseite“ der Skulptur umfließen gekurvte Linien die Konturform der Barte (Axt) und geben den Eindruck eines Eichenblattes. Die Eiche ist der Nationalbaum von Deutschland und deshalb befindet sich diese Form im Bereich der Barte, weil Barleben ethnisch deutsch ist. Auf der linken Seite umfließen die Linien die Silhouette des Schwans in Richtung Wolkenspitze und erwecken den Eindruck eines Lindenblattes. Die Linde ist der Nationalbaum der Sorben -  ein slawisches Volk und die kleinste und älteste ethnische Gruppe in Deutschland. Diese Form befindet sich im Bereich des Schwans, weil Nebelschütz ethnisch sorbisch ist. Beide Blätter sind in der Mitte der Wolke verbunden und betonen nochmal die Freundschaft beider Gemeinden.

Von oben nach unten betrachtet wird die Tragfähigkeit vom oberen Teil des Torbogens an die Wolke abgegeben im Bereich der hohlen Wappensymbole, wo die Wolke die Last der Skulptur trägt. Weiter unten übernimmt wieder der untere Teil des Tores die Tragfähigkeit und dementsprechend tragen beide Formen die Last der Skulptur – ein Symbol der Zusammenarbeit beider Gemeinden.

Die Verbindung beider Blattformen in der Wolkenmitte und das gemeinsame Tragen der Skulptur unterstreicht die Freundschaft beider Gemeinden und symbolisiert zusätzlich die Freundschaft und das Zusammenleben von Deutschen und Sorben in der Oberlausitz und demzufolge auch von anderen deutsch- und slawischsprachigen Kulturen und Ländern, die sich hauptsächlich in der mitteleuropäischen Region aber auch weiter südlich in Europa befinden.

Die Danke-Skulptur „Das Himmelstor von Barleben“ wurde aus Lausitzer Granit im Steinbruch Miltitz (Ortsteil von Nebelschütz) in Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Bildungsverein Steinleicht e. V. / Kamjenjak und mit der freundlichen Unterstützung des Partnerschaftsverein IDOL e. V. geschaffen.

Als Abschluss ein letzter Gedanke: Der erdachte Inhalt der Skulptur entstand in der Nähe der Elbquelle in Hohenelbe und ist, mit einem Umweg durch den Steinbruch Miltitz, bei euch in Barleben in der Nähe der Mittelelbe angekommen - was für ein schöner Zufall.

Im Rahmen einer Feierstunde wurd die "Das Himmelstor von Barleben" am 30. April 2023 im Garten neben der Gemeindeverwaltung Barleben enthüllt.