Zeitgeschichte: Bronzeplatten erinnern an die "Heerstraße" in Barleben

Zeitgeschichte: Bronzeplatten erinnern an die "Heerstraße" in Barleben  

In der Gemeinde Barleben richteten sich am Freitag, den 22.11.2013, die Blicke einmal nicht nach vorn in die Zukunft, sondern ausnahmsweise zurück in die Vergangenheit. Zur Erinnerung an die „Heerstraße“ wurden im alten Ortskern von Barleben zwei 1 mal 1 Meter große Bronzeplatten in den Boden eingelassen. Sie markieren den Verlauf des historischen Handels- und Kriegsweges vom „Grund“ bis zum „Buschweg“ in Barleben. Bis um das Jahr 1800 wurde in der Ortschaft Barleben von der Straße als „Heerstraße“ gesprochen. Sie begann in Magdeburg Hohe Pforte nahe der Lukasklause, umlief die heutige Neustadt an der Elbe entlang und erreichte Barleben im Grund. Der Verlauf der „Heerstraße“ innerhalb Barlebens beginnt in der Hansenstraße, erstreckt sich über die Poststraße (heutige Ernst-Thälmann-Str.), den Friedensplatz und über die Kirchstraße (heutige Alte Kirchstraße).

Dem Verlauf der „Heerstraße“ entsprechend sind die Standorte für die Bronzeplatten die Grundstückszufahrt des sogenannten „Hansenhofes“ in der Hansenstraße und die Hofzufahrt des „Gut Arnstedt“ in der Alten Kirchstraße. Auf den gegossenen Bodenplatten deuten unterschiedliche Jahreszahlen auf Ereignisse wie den Slawenaufstand, den Sachsenkrieg oder die Brandschatzungen durch das Magdeburger Heer hin. Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff sagte, dass „trotz der bemerkenswerten, modernen Entwicklung Barlebens selbstverständlich auch die Historie der Ortschaft eine beachtliche Bedeutung hat“.

 Gestaltet wurden die beiden Bronzeplatten nach Entwürfen des Sanierungsbeauftragten der Gemeinde Barleben, Henri Gnauert. Bereits vor Wochen traf schon der Plattenguss auf großes Interesse als sich eine kleine Delegation um Barlebens Bürgermeister Keindorff auf den Weg zu der traditionsreichen Eisengießerei H. und PH. Behr GmbH & Co. KG in Berlin Hohenschönhausen machte. Seit 1888 beschäftigt man sich hier mit dem Gießen von Eisen, Bronze und in jüngere Zeit auch mit dem Gießen von Aluminium. „Es gibt nicht häufig die Gelegenheit, den Mitarbeitern in einer mittelständisch geprägten Gießerei bei ihrer Arbeit zuzusehen“, so der Bürgermeister. „Ich war überrascht, wie viel flüssiges Material in die Gussformen passte“, so Herr Keindorff weiter. In jede einzelne Form mussten etwa 100 Kilogramm flüssige Bronze gegossen werden, bis sie vollständig ausgefüllt war und erst nach 18 Stunden Abkühlung geöffnet werden konnte. 

Die Kosten für das gesamte Projekt, dazu gehören Planung, Herstellung, Transport und Straßenarbeiten, belaufen sich auf etwa 15.000 Euro.


Bildtext: Bei der Enthüllung einer der beiden Bronzeplatten, die den Verlauf der alten „Heerstraße“ durch Barleben zeigen, erinnerte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff an die Bedeutung, die der Handels- und Kriegsweg bereits damals für Barleben hatte. 



zurück