Liberaler Mittelstand diskutiert in Barleben über die Digitalisierung der Wirtschaft
Liberaler Mittelstand diskutiert in Barleben über die Digitalisierung der Wirtschaft
Einen spannenden Abend erlebten die Besucher einer Veranstaltung des Liberalen Mittelstands Sachsen-Anhalt zum Thema „Digitalisierung der Wirtschaft“ kürzlich in Barleben. Als Referenten hatte LIM-Vorsitzender Andreas Silbersack den Leiter des Fraunhofer Instituts IFF Magdeburg, Prof. Dr. Michael Schenk, sowie den Vorsitzenden des Verbands der IT- und Multimediaindustrie Sachsen-Anhalt, Marco Langhof, begrüßen können.
Schenk, der zur „digitalen Revolution und ihre praktischen Auswirkungen für Mittelständler“ sprach, hob die außerordentliche Dynamik des Digitalisierungsprozesses gerade auch für mittelständische Unternehmen hervor. „Da müssen wir Gas geben!“, sagte der Professor, der einige Defizite auch bei der Industrie ausmacht. Arbeits- und Produktionsprozesse werden nachhaltig verändert. Darauf müssen sich Unternehmen einstellen. Flexibilität ist dabei von großer Bedeutung aber jedes Unternehmen muss dabei seinen eigenen Weg finden. Er hält es für falsch, die digitale Revolution vor allem als Gefahr z. B. für Arbeitsplätze zu bewerten. Sicher wird es hinsichtlich der Arbeitsplätze und der Arbeitszeit erhebliche Veränderungen geben. Dem Wegfall von bisherigen Arbeitsplätzen steht aber auch ein Zugewinn von neuen hochwertigen Arbeitsplätzen gegenüber.
Beim Thema Digitalisierung wissen viele Unternehmen noch nicht, was auf sie zukommt. Es ist höchste Zeit, dass sich auch die Politik intensiver um die Aufklärung der Unternehmen hinsichtlich der anstehenden gravierenden Veränderungen durch die Digitalisierung kümmert.
Der Vorsitzende des Verbandes der IT- und Multimediaindustrie Sachsen-Anhalt, Marco Langhof, stellte den wenig erfreulichen Stand beim Ausbau des Breitbandnetzes in Sachsen-Anhalt in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die Anforderung, immense Datenmengen verschicken zu können, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Jedoch sind die bereits vorhandenen Netze mit Kupferkabeln dem bevorstehenden dramatischen Zuwachs an Datentransport nicht gewachsen. „Daraus ergibt sich in der Entwicklung der regionalen Wirtschaft ein gravierender Nachteil“, so Langhof. Er fordert eine bessere und koordinierte Infrastrukturförderung. Die Zukunft gehört flächendeckenden Leerrohrsystemen, für die die öffentlich-rechtlichen Gebietskörperschaften verantwortlich sind, während die Glasfaser-Kabelsysteme Sache der Telekommunikationsanbieter sein müssen.
Dem stimmte Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff zu und erläuterte, dass die Gemeinde Barleben in puncto Breitbandausbau mit dem sogenannten Betreibermodell genau diese Zielrichtung verfolgt.
In der anschließenden Diskussion vertraten viele Teilnehmer die Auffassung, dass es seitens der Landesregierung kein überzeugendes Konzept zum Netzausbau gibt.
Bildtext: Andreas Silbersack, Vorsitzender des Landesverbandes Liberaler Mittelstand, moderierte das Forum „Digitalisierung der Wirtschaft“. Gastredner waren Prof. Dr. Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer IFF, und Marco Langhof, Geschäftsführer der Teleport GmbH und Vorsitzender des Verbandes der IT- und Multimediaindustrie Sachsen-Anhalt (v.r.).
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