Landwirte und Kommunen diskutieren zur Problematik Flächenvernässung

Landwirte und Kommunen diskutieren zur Problematik Flächenvernässung                                   

Das Thema Flächenvernässung beschäftigt Landwirte und Kommunen gleichermaßen und immer wieder. Bei einem gemeinsamen Treffen von Vertretern der Gemeinde Barleben, der Gemeinde Niedere Börde, der Stadt Wolmirstedt sowie des Bauernverbandes, des Unterhaltungsverbandes Untere Ohre und einigen regional ansässigen Landwirten in der Vordermühle in Elbeu wurden wasserwirtschaftliche Probleme diskutiert. Seit mehreren Jahren nehmen die Wasserschäden auf den Flächen zu. „Kleinste Niederungen füllen sich mit Wasser und bleiben oft wochenlang stehen“, berichtete Wolfgang Köhler vom Bauernverband Börde. Viele Felder weisen große braune Flecken auf und können für die Bestellung nicht mehr genutzt werden. Nach Angaben des Bauernverbandes Börde betrifft das derzeit 150 Hektar. Die Landwirte sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit bedroht. Immerhin zahlen sie 5,11 Euro pro Quadratmeter Fläche an den Unterhaltungsverband Untere Ohre zur Gewässerunterhaltung, können jedoch viele Flächen aufgrund der Vernässung nicht bewirtschaften. Trotz großen Engagements und zahlreicher Unternehmungen seitens des Bauernverbandes gibt es bis heute keine befriedigenden Ergebnisse. Vor Ort Termine der betroffenen Landwirte unter Beteiligung von Vertretern des Landesamtes für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt brachten keine Bewegung in die Sache. Auch als 2011 einige Wohngebiete und Privatgrundstücke in Wolmirstedt und anderen umliegenden Ortschaften von steigendem Grundwasser bedroht und betroffen waren, reichte das als Signal an die Landesregierung und die zuständigen Behörden nicht aus.
Ein Grund für diese Situation ist nach Einschätzung des Bauernverbandes, dass viele Vorfluter im Bereich der Ohre eine höhere Sohle haben als die Zuflüsse und das Wasser so nicht ausreichend abfließen kann. Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff regte ein neues Wassermanagement an: „Melioration und Hebewerke können hierbei hilfreiche Instrumente sein.“
Auch müsse neu darüber nachgedacht werden, wie man mit Arten- und Tierschutz in Wasserbereichen umgeht und welche Rechte höher einzuordnen sind. Die, des Menschen, oder die, einzelner Tierarten. Weiterhin herrschte unter den Beteiligten einhellig die Meinung, dass eine Gesamtverantwortung für das komplexe Thema Gewässerunterhaltung nötig ist. „Es darf nicht sein, dass die Verantwortung vom Landkreis an das Land gegeben und von Arbeitsgruppe zu Arbeitsgruppe geschoben werde“, sagte Ulrich Frey vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Mitte und spielte dabei auf die unterschiedliche Verantwortung von Kreis und Land für Gewässer I und II Ordnung an. Es wird Zeit, dass das Land praxistaugliche Lösungen gegen die zunehmende Vernässung vorschlägt und spürbar eine Verbesserung eintritt für die Bürger und die Landwirte.

Bildtext: Um unter anderem über das Thema der zunehmenden Vernässung im Bereich der Ohre zu diskutieren, trafen sich Vertreter der Gemeinde Barleben, der Niederen Börde und Wolmirstedt sowie des Bauernverbandes Börde, des Unterhaltungsverbandes Untere Ohre und regional ansässige Landwirte in der Vordermühle in Elbeu. 

.




zurück