Kita Ebendorf: Raumluftmessung ist entscheidend für weiteres Vorgehen
Kita Ebendorf: Raumluftmessung und Biolöslichkeit sind entscheidend für weiteres Vorgehen
Bezüglich der Kindertagesstätte in Ebendorf, die derzeit wegen möglicher Gesundheitsbeeinträchtigung durch aus Dämmmaterial freigesetzte Mineralfasern vorsorglich geschlossen ist, liegen der Verwaltung mehrere, zum Teil unterschiedliche Untersuchungsergebnisse vor. Erste Gutachten basieren auf Steinwolle, die Folgeuntersuchungen allerdings auf Glaswolle. Zuletzt hatte die Verwaltung im Beisein des Gesundheitsamtes des Landkreises Börde eigene Proben genommen und an das Fraunhofer Institut für Silicatforschung (FIS) in Würzburg geschickt. Das FIS hat die Staubproben auf die Zusammensetzung der einzelnen Bestandteile analysiert. Diese Bestandteilanalyse muss nun abgeglichen werden mit den Materialproben in der Datenbank der Gütegemeinschaft Mineralwolle. So kann festgestellt werden, ob die Biolöslichkeit gegeben ist. Die Gütegemeinschaft Mineralwolle ist die in Deutschland zuständige Dachorganisation.
Währenddessen hat die Verwaltung die Untersuchung der Raumluft veranlasst. Abhängig von dem Ergebnis wird entschieden, ob Sanierungsmaßnahmen unternommen werden oder die Kinder wieder zurück in die Einrichtung können. Werden in den Proben weniger als 500 Fasern pro Kubikmeter Raumluft gefunden, wäre dies unbedenklich. Die Kinder können dann wieder in die Einrichtung. Werden hingegen mehr als 500 Fasern pro Kubikmeter Raumluft gefunden, wird saniert. Konkrete Angebote zur Sanierung der Einrichtung liegen bereits vor. Die Kosten betragen je nach Sanierungstechnologie zwischen 30.000 Euro und 60.000 Euro. Maßnahmen könnten beispielsweise sein, das Reinigen der Lüftungsanlage, das Abhängen und Absaugen der Deckenplatten sowie das Einziehen von Spanndecken.
Diese unterschiedlichen Möglichkeiten für eine Sanierung sind von der Verwaltung vorbereitet und werden dem Ergebnis der Raumluftmessung entsprechend eingeleitet. „Liegen uns die genauen Laborwerte der Raumluftmessung vor, können wir kurzfristig, wenn es denn notwendig ist, mit der Sanierung beginnen“, erklärt Katrin Röhrig.
In der Sache der Schimmelpilzmessung in den oberen Räumen der Kindertagesstätte in Ebendorf vom 10. März dieses Jahres liegt der Verwaltung ein Ergebnis vor. Diesbezüglich besteht keine Gefahr für die Gesundheit des Personals und der Kinder.
Nach wie vor wird von Seiten der Verwaltung ein Neubau der Kindereinrichtung forciert. Prioritäre Finanzierungsvariante ist das Stark III-Programm des Landes Sachsen-Anhalt. Als wesentliche Voraussetzung für eine Stark III-Förderung gilt der Demografiecheck. Durch ihn wird die nachhaltige Bestandsfähigkeit von Einrichtungen auf Grundlage der demografischen Entwicklung nachgewiesen. Die Verwaltung erstellt derzeit diesen Demografiecheck. Der Demografiecheck ist bis zum 30.06.2015 beim Landkreis Börde einzureichen.