Erste gemeinsame Kita-Tagung der Gemeinden Barleben und Niedere Börde
Erste gemeinsame Kita-Tagung der Gemeinden Barleben und Niedere Börde
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels haben die Gemeinden Barleben und Niedere Börde ein gemeinde- und interessengruppenübergreifendes Netzwerk gegründet. Im Rahmen der Netzwerkarbeit hat sich das Thema Familienfreundlichkeit als das übergeordnete Ziel herauskristallisiert und damit das Anliegen, in allen Handlungsfeldern aktiv zu werden, die einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität für Familien leisten. Die Kinderbetreuung ist eines dieser Handlungsfelder, das für die Weiterentwicklung der Familienfreundlichkeit in den Gemeinden von großer Bedeutung ist. Um Effektivitätsreserven für die Kinderbetreuung zu erschließen, sind zukünftig gemeindeübergreifende Kooperationen der Einrichtungen sowie die gemeinsame Planung und Nutzung von Ressourcen vorgesehen.
Als Auftakt für eine zukünftig engere Zusammenarbeit der Einrichtungen beider Gemeinden fand am 21. März in der Kita „Hoppetosse“ in Dahlenwarsleben erstmals eine Beratung mit Vertretern aller Kindereinrichtungen beider Gemeinden statt. Da traf das Motto „Schön, dass Du da bist“ den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Und Erika Tholotowsky setzte noch eins drauf, als sie Henry Ford zitierte: „Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“ Denn oft, so die Bürgermeisterin der Gemeinde Niedere Börde, ist nicht bekannt, was der Nachbar macht. Deshalb war das Bündeln der Kompetenzen für dieses erste Zusammentreffen eines der wichtigsten Anliegen.
Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff ging noch einen Schritt weiter und lenkte den Blick auf ganz konkrete Probleme des demografischen Wandels. Ihm geht es dabei vor allem um die Fachkräftesicherung. Zwölf Prozent der Erzieherinnen und Erzieher in den Barleber Kindereinrichtungen waren im Jahr 2009 zwischen 56 und 65 Jahre alt. Aktuell sind es bereits 29 Prozent. Und in fünf Jahren werden es 41 Prozent sein. „Das sind Zahlen, die zum Nachdenken anregen. An dieser Stelle besteht der größte Handlungsbedarf“, so Keindorff.
Nachdem die KiTa-Leiterinnen ihre Einrichtungen vorgestellt und anschließend ihre Vorstellungen formuliert hatten, ging Cornelia Bruchmüller vom Europäischen Bildungswerk in ihrem Resümee der Veranstaltung auf die zahlreichen, erfolgversprechenden Ansätze ein. Barlebens Bürgermeister Keindorff machte zudem darauf aufmerksam, dass bei den folgenden Beratungen nicht ausschließlich die Qualität der Erziehung im Vordergrund stehen sollte. Bereits auf dem ersten gemeinsamen Demografieforum der Gemeinden Barleben und Niedere Börde vor gut einem Jahr ging es in Sachen Kinderbetreuung auch um organisatorische Voraussetzungen zum flexiblen Personaleinsatz und die Vorbereitung des Einsatzes von Praktikanten durch das Europäische Bildungswerk. Ein wichtiger, wiederaufzugreifender Aspekt, führt man sich die Entwicklungen der Altersstruktur der Einrichtungsmitarbeiterinnen vor Augen.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist auch, dass sich jede Kindereinrichtung ihr eigenes, unverwechselbares Profil schafft. Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, über den Tellerrand hinauszuschauen, um zu sehen, was besser gemacht werden kann. Und das funktioniert eben auch über Erfahrungen in Folge des flexiblen Personaleinsatzes. Da kann man durchaus noch einmal auf Henry Ford zurückkommen: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“
Bildtext: Gemeinsame Basis: Die Vertreterinnen der Kindereinrichtungen in den Gemeinden Barleben und Niedere Börde fanden auf der ersten gemeinsamen Kita-Tagung unter der Leitung der beiden Bürgermeister Erika Tholotowsky und Franz-Ulrich Keindorff (v.l.) viele Handlungsfelder, um in Zukunft gemeindeübergreifend zusammen zu arbeiten.
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