Einwohnerversammlung: Gemeinde Barleben informiert auch über Zuwanderung

Einwohnerversammlung: Gemeinde Barleben informiert auch über Zuwanderung                                       

Zur turnusmäßigen Einwohnerversammlung hatte Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff am 27. Oktober in das Bürgerhaus in Ebendorf eingeladen. Die Einwohner zeigten ein außergewöhnlich großes Interesse. Mit rund 120 Bürgerinnen und Bürgern war die Informationsveranstaltung der Gemeindeverwaltung sehr gut besucht. Kein Wunder, ging es doch in der Tagesordnung unter anderem um die Haushaltssituation der Gemeinde, den aktuellen Sachstand zum Neubau der Kita Ebendorf und Informationen zur Asylproblematik im Landkreis Börde. Zu Letzterem sollte an dem Abend noch lange diskutiert werden.

In Sachen Haushalt erklärte Bürgermeister Keindorff, dass es in diesem Jahr keine Haushaltsatzung mehr geben wird und dass die Verwaltung stattdessen am Haushalt für das Jahr 2016 arbeitet. Im November und Dezember dieses Jahres finden die entsprechenden Beratungen in den Fachausschüssen und Ortschaftsräten statt bevor am 17. Dezember die Haushaltssatzung 2016 und das Haushaltskonsolidierungskonzept dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt werden. 

Die Planungen für den Kita-Neubau - so das Architektenbüro König – sind bereits weit gediehen. Ein Baubeginn ist allerdings allein abhängig von Fördergeldern. Verwaltungsmitarbeiter Uwe Henkel erläuterte das Stark-III-Programm, durch das die Gemeinde an eine 75-prozentige Förderung für den Kitabau kommen will. Die 25 Prozent Eigenanteil sollen durch einen zinslosen Kredit der Investitionsbank abgedeckt werden.

Nach 30 Minuten und nur wenigen Fragen seitens der Besucher waren diese beiden Punkte abgearbeitet. Es folgte der Tagesordnungspunkt „Asylproblematik im Landkreis Börde“. Die Koordinatorin des Fachbereiches Soziales und Verbraucherschutz des Landkreises Börde, Iris Herzig, berichtete, dass bis September 1050 Flüchtlinge in den Landkreis gekommen sind. Im Oktober waren es 420 Personen. Bis zum Jahresende rechnen die Verantwortlichen mit weiteren 1000 Flüchtlingen. „Die derzeit zur Verfügung stehenden Unterkünfte für insgesamt 1770 Personen würden dann nicht mehr ausreichen“, so Herzig. Deshalb prüft der Landkreis fortlaufend weitere Objekte. „Unser Ziel ist nach wie vor, situationsbedingt nicht gezwungen zu werden, Großobjekte für Flüchtlinge zu nutzen.“
Das war Wasser auf die Mühlen einiger Besucher, die gehört haben wollen, dass die Ebendorfer Sporthalle für Flüchtlinge genutzt werden soll. Iris Herzig bekräftigte, dass dies zum „gegenwärtigen Zeitpunkt nicht geplant“ sei. Aber niemand wisse, wie es in ein paar Wochen aussehen wird. Derzeit gibt es in der Gemeinde Barleben keine größeren Objekte, die als Flüchtlingsunterkünfte vorgesehen sind.
Viele Argumente, die an diesem Abend von besorgten Einwohnern vorgetragen wurden, waren mit dem Quellen-Index versehen: „Ich habe gehört...“. Deshalb wurde mehrfach die Informationspolitik der Medien bemängelt. Aber die Fachbereichskoordinatorin, die in diesen Tagen mehrmals an abendlichen Einwohnerinformationsveranstaltungen teilnimmt, wies noch einmal darauf hin, dass die Informationslage mehr als schwierig ist. Niemand kann sagen, wie viele Flüchtlinge kommen, wie viele weiterziehen, wie viele von denen weitere Familienmitglieder nachholen.
Weiterhin sucht der Landkreis Unterbringungsmöglichkeiten. Unter der Telefonnummer 03904 7240-2502, Fachdienst Migration, Corinna Sladky, nimmt der Landkreis gern Hinweise entgegen.

Bildtext: Mit rund 120 Teilnehmern war die Einwohnerversammlung der Gemeinde Barleben außergewöhnlich gut besucht. Informationsbedarf hatten die Bürger vor allem beim Thema Zuwanderung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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