Barleber Klimaschutzkonzept weckt Interesse von Hochschulstudenten

Barleber Klimaschutzkonzept weckt Interesse von Hochschulstudenten            

Durch die aktuellen Entwicklungen und weltweit geführten Debatten bezüglich der Auswirkungen des Klimawandels hat auch der Klimaschutz auf kommunaler Ebene an Bedeutungszuwachs erfahren. Viele Städte, Gemeinden und Kreise identifizieren für sich Handlungsfelder und entwickeln Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausemissionen. Die Gemeinde Barleben hat zur Erreichung der ausgehandelten Klimaschutzziele der Europäischen Union und der Bundesregierung bis 2020 bzw. 2050 ein Klimaschutzkonzept erstellen lassen und will so ihren Teil zur Steigerung der Energieeffizienz und des Ausbaus erneuerbarer Energien beitragen. 

Gemeinsam mit Experten der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie dem Ingenieurbüro ITG Planungs- und Energieberatungs GmbH sind alle energieverbrauchsrelevanten Bereiche in der Gemeinde Barleben betrachtet worden. Dazu gehören Objekte aus dem Eigenbetrieb der Gemeinde, Wohn- und Gewerbegebiete, Industriegebiete sowie das wichtige Gebiet der Mobilität. In Auswertung der Ergebnisse des Klimaschutzkonzeptes wurden neun mittelfristig umzusetzende Maßnahmen herausgefiltert. Unter anderem wird die Effizienzsteigerung vorhandener Wärmeerzeugungs- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen der Gemeinde unter Anschluss weiterer Wärmeverbraucher geprüft. Weiterhin sieht das Klimaschutzkonzept die Nutzung der Flächen des notwendigen Lärmschutzwalls an der B 189 für die Energieerzeugung durch erneuerbare Quellen vor, um beispielsweise gewonnene Wärme in saisonalen Wärmespeichern für das künftige Wohngebiet und eventuelle weitere Nutzer vorzuhalten.

Für die wissenschaftliche Betrachtung dieser beiden Maßnahmen hat die Gemeinde Barleben zwei Studenten der Hochschule Magdeburg-Stendal, Fachbereich Bauwesen, Studiengang Energieeffizientes Bauen gebunden. „Die Arbeiten sollen Schnittstellen aufzeigen, an denen die Gemeinde Projekte anknüpfen kann“, so Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff. Alexander Kaiser untersucht im Rahmen seiner Masterarbeit den Gebäudekomplex Mittellandhalle und mögliche Energieeinsparpotenziale für die beiden Dreifeldhallen sowie umliegende Gebäude. Im Mittelpunkt seiner Konzeptuntersuchung steht das in der Mittellandhalle 1 installierte und für einen Ausnahmezustand als primäres Notstromaggregat ausgelegte Blockheizkraftwerk (BHKW).  Seine Arbeit soll unter anderem Erkenntnisse bringen, ob weitere öffentliche oder private Abnehmer im näheren Umkreis des Komplexes Mittellandhalle an das vorhandene Netz angeschlossen werden können und hierdurch eine bessere Auslastung des BHKW, eine höhere Wirtschaftlichkeit für Betreiber und Wärme- bzw. Stromnutzer sowie eine Emissionsminderung erreicht werden können.
In einer weiteren Arbeit untersucht der Student Konstantin Bachmann, welche der Alternativen, Solarthermie zur Wassererhitzung, Photovoltaik zur Stromgewinnung oder Energie aus einem BHKW die größte Effizienz in der Versorgung des geplanten Wohngebietes im Westen der Ortschaft Barleben aufweist und inwieweit die zu errichtende Lärmschutzwand hierfür genutzt werden kann.
Unterstützt werden beide Studenten dabei von Dr.-Ing. Kati Jagnow von der Hochschule Magdeburg-Stendal und Dipl.-Ing. Uwe Zischkale von der energicos GmbH. Von Seiten der Gemeinde Barleben ist Sven Fricke, Leiter des Unternehmerbüros der Gemeinde, Ansprechpartner.
Erste Ergebnisse sollen im August vorliegen, denn dann ist der Abgabetermin für die Masterarbeiten von Alexander Kaiser und Konstantin Bachmann. Barleben wird dann besser in der Lage sein, seine Leitbildfunktion gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem regionalen Gewerbe wahrnehmen zu können. Denn eines steht fest: Die ambitionierten Klimaschutzziele der Europäischen Union und der Bundesregierung sind ohne engagierte Kommunen wie die Gemeinde Barleben nicht zu erreichen.

Bildtext: Die Studenten an der Hochschule Magdeburg-Stendal Alexander Kaiser (2.v.r.) und Konstantin Bachmann (3.v.r.) untersuchen im Rahmen ihrer Masterarbeiten Einzelmaßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept der Gemeinde Barleben. Im August sollen Ergebnisse vorliegen, an die die Gemeinde zukünftige Projekte anknüpfen kann.





zurück