Blühwiesen bitte blühen lassen                                             

Durch die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen ist der Grundwasserstand noch weiter gesunken, was am teilweise trocken gefallenen Ententeich in Barleben gut zu sehen ist. Dementsprechend ist der Wirtschaftshof unentwegt aktiv, vor allem junge Bäume im öffentlichen Bereich ständig zu gießen und sie so am Leben zu halten. Bäume spenden Schatten, verdunsten Wasser, ihre Blätter binden Staub. Sie sorgen somit gerade in heißen Sommern für ein günstiges Ortsklima. Jegliche Aktivitäten der Bürger, bei der Bewässerung zu helfen, sind gewünscht.
Anders die Rasenflächen der öffentlichen Grünanlagen. Sie sind im Juli und August oftmals regelrecht verbrannt. Nur noch wenige blühende Kräuter geben den Insekten Nahrung. „Angesichts dieser, in den letzten Jahren vermehrt auftretenden Tendenz, hatte sich der Ortschaftsrat Barleben in Zusammenarbeit mit dem Sachbereich Grünflächen der Gemeindeverwaltung entschieden, einige öffentliche Bereiche insektenfreundlicher zu gestalten“, sagt Gemeinde- und Ortschaftsrat Dr. Edgar Appenrodt. Auf ausgewählten Flächen wird nun weniger gemäht, damit die im Hochsommer blühenden Kräuter und trockenresistenten Pflanzen zur Blüte kommen können. An anderen Stellen, z. B. am Westufer des Ententeiches in Barleben wurden schon 2018 Samen für eine Blühwiese eingebracht. Erst in diesem Jahr zeigte sich der Erfolg - allerdings in großen Bereichen nur kurz. Anwohner haben die Blühpflanzen nicht nur entlang ihrer Grundstücksgrenze durch Mähen beseitigt, sondern auch auf größeren Flächen alle Blütenstände abgeschlagen. Wer wie dort sein Grundstück mit Kunstrasen auslegt, scheint jeglichen Pflanzen auch außerhalb seines Gartens den Kampf angesagt zu haben. "Die von uns auf öffentlichen Flächen extra angelegten Insektenfutterplätze zu vernichten, zeugt nicht nur von wenig Verständnis, sondern stellt auch eine Ordnungswidrigkeit dar", so Appenrodt.

Bernd Dummernix, in der Gemeindeverwaltung zuständig für Grünflächen, sagt dazu: „Vor dem Hintergrund des klimatisch bedingten Rückgangs der Vegetation und der daraus resultierenden Problematik des Insektensterbens sollten wir uns bewusst sein, dass auch weniger gemähte und mit Kräutern bewachsene Flächen mehr als nur Gras- oder Unkrautflächen sind. Sie bieten Lebensraum und Nahrung für Insekten und lassen den Regen im Boden versickern.“ Derartige Flächen befinden sich meist abseits der Straßen oder rückseits der Grundstücke, wie hier am Ententeich. Seitens der Verwaltung ist „nichts dagegen einzuwenden“, dass eine „Mähbreite an der Grundstücksgrenze intensiver gemäht“ wird. Doch es ist „nicht zu akzeptieren, wenn weit über das eigene Grundstück hinaus die gewollt extensive Vegetation regelmäßig kurzgehalten oder durch Abschlagen der Blütenstände beeinträchtigt“ wird. „Im Sinne des Naturschutzes bitten wir eindringlich um mehr Akzeptanz, wenn innerörtliche Flächen nicht mehr so häufig gemäht und ausgesprochene Extensivflächen zeitweise von der Mahd ausgenommen werden“, so Dummernix.

Blühwiesen Richtig Falsch

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