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4. Unternehmerfrühstück
Gastgeber, Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff, begrüßte die anwesenden UnternehmerInnen und bedankte sich beim Volvo Autohaus Haas für die freundliche Einladung. Dann gratulierte er dem Unternehmer Dieter Montag, Allianz-Vertretung Montag, der an diesem 7. April seinen Geburtstag feierte. Der weitere Gastgeber und Geschäftsführer von Auto-Haas, Herr Werner Wildgrube, begrüßte ebenfalls die Anwesenden. Herr Wildgrube erläuterte den Teilnehmern, wie die heutige Firma Auto-Haas entstand. Er sagte, dass das Unternehmen nach der friedlichen Revolution 1989 am 01.09.1990 eine der ersten Firmen noch unter anderem Namen am Standort Barleben war und seit August 1994 als Volvo Auto-Haas bekannt ist. Herr Wildgrube erläuterte das Profil der Barleber Firma und nannte einen Jahresumsatz von 25- 27 Millionen Euro, das sind, so Wildgrube, natürlich auch die Steuern für die Gemeindekasse. Abschließend zählte er die weiteren neun Auto-Haas-Standorte der deutschlandweit agierenden Firma auf und gab bekannt, dass in diesem Jahr ein weiterer in Frankfurt dazu kommen wird. Dr. Klaus Hieckmann, Präsident der IHK Magdeburg und geschäftsführender Gesellschafter der Firma Symacon in Barleben erläuterte in seinem Vortrag zum Thema „Wirtschaft – wo steht das Land Sachsen-Anhalt?“, Probleme, Möglichkeiten und wirtschaftliche Notwendigkeiten in unserem Bundesland. Mit seinem profunden wirtschaftlichen Wissen und den langjährigen Kenntnissen und Erfahrungen, besonders auch auf internationalem Parkett, nannte er wesentliche Eckpunkte der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. • Gegenüber Sachsen, als vergleichbares Bundesland, ist LSA nicht schlechter. • 46 000 Unternehmen gibt es in LSA (ohne Ich-AG) • Um den Abwanderungsprozess aufzuhalten fehlen 3 000 Unternehmen. • LSA steht auf Platz vier der dynamischen Wirtschaftsentwicklung • LSA hat die meisten Auslandsinvestitionen der letzten vier Jahre aller • zu bedenken ist aber: 80 Prozent aller Unternehmen in LSA haben nur • Pro Tag werden durch das Land 2,6 Millionen Euro Zinsen gezahlt. • Das Angebot auf dem Arbeitsmarkt ist stark rückläufig. Sind es 2006 noch • Die wirtschaftliche Perspektive in LSA liegt weiterhin in der Chemie, der • Schädlich für die Wirtschaft in LSA war nach der Wende die permanente • Nötig sind Steigerungen in der Dienstleistungsbranche. Ohne Industrienähe • Frage nach der wirtschaftlichen Lage: 28 Prozent der Befragten meinen, • Trotzdem ist es leider noch so, dass hier in der Bundesrepublik „Politik der • Aber – Probleme der Entwicklung sind die steigenden Preise von Kraftstoff • Ein weiteres Problem sind die hohen Arbeitskosten. In Deutschland gibt es die • Die Globalisierung lässt Informationen in Sekundenbruchteilen durch die Welt • Die Globalisierung bietet den kleinen Unternehmen kaum noch Chancen. • Die IHK will künftig Unternehmungen in Richtung Osteuropa stärker • China war vor 30-40 Jahren nur Markt oder Subproduzent, heute ist die • Chinas Potential ist riesig. Z.B. erfolgt eine jährliche Ausbildung von • Eine finanzielle Förderung in Deutschland sollte nur noch dort erfolgen, wo • Große Probleme gibt es beim Nachwuchs. Besondere Defizite sind in der
Herr Simchen von Simchen-Immobilien Hannover nennt in der anschließenden Diskussion weitere Fakten der wirtschaftlichen Entwicklung.
Dr. Hieckmann antwortet, dass diese Warenströme sehr gut von unserer Region aus verteilt werden könnten – hier muss künftig viel mehr getan werden. Herr Dürrmann, Geschäftsführer von Diamantkernbohrungen Dürrmann in Meitzendorf, beklagte die „organisierte“ Insolvenz. Dadurch stehen Subunternehmer „im Regen“. Er hat selbst diese Erfahrung in der Baubranche gemacht. Dr. Hieckmann antwortet: Hier kann er natürlich keine Antwort geben. Das Problem muss aber permanent thematisiert werden. Herr Simchen nennt als einen wesentlichen Grund von Insolvenzen die „Geiz-ist-geil“-Praktik vieler Unternehmer. Dr. Hieckmann antwortet: Auch der Preisdruck der EU bringt viele Probleme. Hier sollte sich die Bundesregierung nicht soviel gefallen lassen. Auch die Verteilung der Mittel sollte bei Bedarf besser beobachtet werden und mit Nachdruck in Brüssel angemahnt werden. Der Bürgermeister bedankte sich beim Referenten und verabschiedete ihn, weil der einen wichtigen Termin in seinem Unternehmen wahrnehmen musste.
Patentassessor Dr. Volker Fischer, Geschäftsführer des Erfinderzentrums Sachsen-Anhalt gab Informationen zu Dienstleistungen des Unternehmens.Wegen der schon fortgeschrittenen Zeit erläuterte er kurz und prägnant gewerbliche Schutzrechte, den Umgang mit Patenten und Gebrauchsmustern sowie Geschmacksmustern und Marken.Er nannte es eine nicht zu unterschätzende Aufgabe der Unternehmen, sich auch diesem Themenkreis zu widmen. Oberflächlichkeit oder gar Ignoranz kann zu gravierenden finanziellen Unternehmensschädigungen führen. Weiterhin nannte Dr. Fischer Fördermöglichkeiten zu Projekten. Er erklärte, dass eine Förderung schon ab einer Summe von 1600 Euro möglich ist und bis zu maximal 70 Prozent gefördert werden kann. Auch Recherchen zur Patentfähigkeit eines Produktes sind möglich. Dr. Fischer verwies auf die von ihm mitgebrachten Infobroschüren des Patent- und Markenamtes als Quelle für Forschungs- und Produktinnovation.
Anschließend erinnerte Herr Volkhard Meinecke, Redakteur der Homepage www.barleben.de, die anwesenden UnternehmerInnen daran, sich mit ihrer Firma kostenlos ins Branchenverzeichnis auf www.barleben.de ein zutragen. Nach der ersten Aufforderung zum Unternehmerfrühstück im Januar (Stand war seinerzeit 35 Unternehmen) hatten spontan zehn weitere Unternehmen ihre Firma mit Profil eingestellt. Heute sind es bereits 63. Mit einem Beitrag zur Wirtschaftsförderung machte Herr Meinecke den Vorschlag, den Mittellandkurier, das Informationsblatt der Gemeinde, mit einem vierseitigen Wirtschaftsteil zu erweitern. Hier könnten Unternehmen vorgestellt werden, um sie am Markt besser bekannt zu machen, aber auch eine bessere Identifikation bei den Einwohnern zu erreichen. Weiter könnten diese Unternehmensnachrichten den Informationsbedarf der anderen Unternehmen verbessern. Die Erscheinungsweise wäre vier Mal im Jahr jeweils nach dem traditionellen Unternehmerfrühstück. Da diese Seiten aber je Ausgabe etwa 300 Euro Kosten verursachen, müssten sie von den jeweils genannten Unternehmen aufgeteilt getragen werden. Die Unternehmen gaben in der Diskussion dazu „grünes Licht“. Zum Abschluss der Diskussion lud der Geschäftsführer des IGZ, Dr. Udo Häfke, die Unternehmer herzlich zum Tag der offenen Tür ein. Das Jubiläum 15 Jahre IGZ wird am 20. Mai ab 18:00 Uhr gefeiert. Bürgermeister, Herr Keindorff, bedankte sich zum Abschluss noch einmal für die gelungene Veranstaltung und nannte den nächsten Termin. Das 5. Unternehmerfrühstück findet am 7. Juli um 8:00 Uhr bei der Firma Salutas, dem größten Arbeitgeber der Region, statt. Beim lockeren Ausklang des Treffens bei Auto-Haas, die auch den Pkw „Jaguar“ in der Angebotspalette haben, konnten Teilnehmer auch mal im fast 100 000 Euro teuren Jaguar-Cabrio probesitzen.
Teilnehmer
Barleben, 14.04.2005 (gez. Volkhard Meinecke) |
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