Barleber Unternehmen ist international führender Anbieter für 3D-Druck-Verfahren     

Wie kaum ein anderes Bundesland ist Sachsen-Anhalt abhängig von seinen kleinen und mittleren Betrieben. Konzerne gibt es nur wenige. Der Mittelstand ist die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg. In der Wissenschaft spricht man von Hidden Champions und meint Unternehmen, die in ihrer Nische Marktführer sind und weltweit erfolgreich Produkte verkaufen. So ein Hidden Champion hat seinen Sitz in Barleben. Im Technologiepark Ostfalen, direkt neben dem Innovations- und Gründerzentrum steht das Firmengebäude der Citim GmbH, die seit 2017 Teil des Schweizer Technologiekonzerns Oerlikon ist. Das Technologieunternehmen ist hochspezialisiert und international führender Dienstleister für additiv gefertigte Bauteile. Im 3D-Druck-Verfahren werden hier Prototypen und Bauteile in Klein- und Spezialserien für die Luft- und Raumfahrt, die Automobilindustrie und die Medizintechnik hergestellt. Als eines von wenigen Unternehmen in Deutschland ist die Citim GmbH für die Bauteilfertigung für die Luft- und Raumfahrt zertifiziert. „Wir fertigen Bauteile im obersten Feld der Ingenieurskunst“, sagt der Geschäftsführer Andreas Berkau stolz im Gespräch mit Barlebens Wirtschaftsförderer Sven Fricke.

Berkau ist ein Mann der ersten Stunde. Er war dabei als das Unternehmen 1996 als Ausgründung aus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entstanden ist. „Der Unternehmensfokus lag zunächst auf der Prototypenwerkzeugfertigung. In den Folgejahren wurde das Firmenportfolio kontinuierlich um neue Technologien erweitert“, erklärt er. Neben der 2004 eingeführten neuen Technologie des Lasersinterns, einem Verfahren, um räumliche Strukturen durch Sintern Schicht für Schicht aus einem pulverförmigen Ausgangsstoff herzustellen, stellte das 2009 eingesetzte Laserschmelzen einen weiteren Meilenstein dar. Neueste Technologie ist das Nanopartikel Jetting. Citim ist hierbei das erste Unternehmen weltweit, das diese Technologie für die Additivherstellung von Keramikteilen einsetzt. Am Standort in Barleben wurden dafür mehrere Millionen Euro in eine neue Anlage investiert, die Ende 2017 in Betrieb ging. „Das ist für uns eine spannende Möglichkeit, unsere Angebote in der Additivherstellung über Kunststoff und Metall hinaus zu erweitern“, sagt Andreas Berkau.   Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 140 Mitarbeiter am Standort in Barleben. In den USA unterhält der Oerlikon Geschäftsbereich Additive Manufacturing weitere Standorte. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter in Barleben sind hoch qualifizierte Ingenieure. Der Geschäftsführer Andreas Berkau, selbst Diplom-Ingenieur für Produktionstechnologie und Produktionsfertigung, kündigt an, dass sich die Zahl der Mitarbeiter am Standort Barleben in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird. „Ingenieure und Industriedesigner suchen wir eigentlich ständig.“ Allerdings ist der Mangel an gut ausgebildetem Personal auch für hochtechnologisierte Unternehmen spürbar. „Was uns limitiert, ist der Personalbedarf. Wir wachsen schneller, als wir Personal finden“, sagt Berkau.

Vor zwei Jahren wurde das Unternehmen von dem Schweizer Technologiekonzern Oerlikon gekauft. Das Know-how des Barleber Unternehmens im Bereich 3D-Druck war für den Konzern interessant geworden. Auch für Citim hat das Umfeld innerhalb der Konzerngesellschaft Vorteile. So stellt Oerlikon unter anderem das Pulver her, das Citim beim Lasersintern verwendet. Zudem sieht Oerlikon in der Additiven Bauteilfertigung ein innovatives Zukunftsgeschäft und wird in diesen Sektor stark investieren. „Wir werden noch deutlich am Standort Barleben wachsen“, verkündet Firmenchef Andreas Berkau. Gute Aussichten also für den Wirtschaftsstandort Barleben.  

Bildtext: Citim Geschäftsführer Andreas Berkau (li.) zeigt Barlebens Wirtschaftsförderer Sven Fricke ein im 3D-Druck-Verfahren hergestelltes Bauteil.

Citim GmbH Geschäftsführer Andreas Berkau

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